Schweden vom Vänernsee zum Göteborger Schärengarten – Törnbericht September 2024

🧭 Factsheet

Route: Von Sjötorp nach Kallö-Knippla
Zeitraum: 10. bis 30. September 2024
Logge: 147 (See-)Meilen
Hafentage: 6
Ankertage: 0
Highlight: Die 8 Meter hohen Schleusenkammern in Trollhättan.


📍 Unsere Route & Etappen

Etappe 1: Sjötorp → Lackö Slott

Einen Regentag verbringen wir noch in Sjötorp, gehen ein bisschen am Kanal spazieren und ruhen uns aus. Dann geht es weiter nach Mariestad. Die altehrwürdige Stadt am Vänernsee wollen wir uns nicht entgehen lassen. Und wir brauchen wieder ein bisschen Proviant und frisches Anlegerbier. Das bekommt man dort direkt ab Brauerei. Der Hafen ist fantastisch ausgestattet, wir geben mal wieder 5-Sterne. Und kostenfrei waschen kann man auch, was wir natürlich direkt noch nutzen.

Am nächsten Tag machen wir uns auf zu einer kleinen Insel namens Lindökroken. Wir haben sie zu dieser Zeit ganz für uns allein. Neben einem Steg gibt es auch noch Bojen vom SXK und ankern geht natürlich auch. Wir machen ein Barbeque an der Westküste, schauen Sonnenuntergang und entdecken später am sternenklaren Himmel wieder Polarlichter.

Am Tag darauf haben wir keine Chance zu segeln, absolut windstill. Der Vänern ist glatt. Wir motoren nach Lackö Slott. Auch hier ist es schon Nachsaison. Selbst der Container mit den Sanitäranlagen ist bereits abgeschlossen. Aber halb so wild, dafür haben wir fast den ganzen Hafen mit Schlossblick für uns allein. Eine Radtour am nächsten Tag führt uns einmal rund um die Insel Kållandsö.

Etappe 2: Lackö Slott → Vänersborg

Es tut sich fürs kommende Woche ein gutes Wetterfenster auf und wir entscheiden, den Trollhätte-Kanal an diesem Wochenende zu machen. Wir tanken noch einmal im hübschen Fischerdörfchen Spiken und machen noch zwei Ankerstopps in Klitt und Mattskämman im trüben und nebligen Mistwetter. Am nächsten Tag segeln wir dann mit schöner Herbstsonne und mildem Wind nach Vänersborg.

Etappe 3: Trollhätte-Kanal Abschnitt Vänersborg → Trollhättan

Los geht’s durch den Trollhätte-Kanal. Der insgesamt 82 km lange Kanalweg besteht nur aus rund 10 km künstlichem Fahrwasser, der Rest ist natürliches Flussbett des Göta älv. Anders als beim Göta-Kanal ist nicht eine spezielle Gesellschaft verantwortlich, sondern das schwedische Sjöfartsverket. Unterwegs gibt es 12 Brücken, von denen 3 nicht geöffnet werden können. Mit sechs Schleusen – einer bei Lilla Edet, vier zusammenhängenden Kammern bei Trollhättan und einer bei Brinkebergskulle – überwindet man insgesamt 44 Meter bis zum Kattegat. Die Kanalgebühr von 1.200 SEK (rund 100 €) zahlt man in der ersten Schleuse bzw. dem Kanalbüro in Trollhättan. Dort gibt es auch ein Museum.

Die Fahrt nach Trollhättan war unspektakulär: Eine Schleuse (Brinkebergskulle) und diverse Brücken, die jeweils zur Öffnung angefunkt werden sollten. Wir bekamen irgendwie nie eine Antwort, aber die Brücken sind trotzdem aufgegangen.

Etappe 4: Trollhätte-Kanal Abschnitt Trollhättan →Kungälv

Direkt am Morgen kommt die große Schleusentreppe in Trollhättan dran: 4 riesengroße Kammern, die jeweils 8 Meter Höhendifferenz ausgleichen. Sieht beeindruckend aus, das Schleusen selbst ist aber leicht. Man hält sich einfach hinten und vorn mit einem Bootshaken an den Leitern fest. Leider mussten wir vor dem Schleusen 2 Stunden in der ersten Kammer warten. Die Berufsschifffahrt hat Vorrang und natürlich musste sich grad noch vor uns ein Riesenpott reindrängeln.

Dafür war in Lilla Edet die Schleuse schon offen und wir im Nu durch. Danach ging es den natürlichen Flusslauf des Göta älv folgend und mit entsprechend Strömung relativ fix nach Kungälv. Am Morgen nutzten wir noch die Gelegenheit, die Festung Bohus zu besichtigen und dann ging es weiter bis nach Göteborg.

Etappe 5: Trollhätte-Kanal Abschnitt Kungälv→Göteborg

Nach dem Festungsbesuch rief ich vom Steg aus die Jordfallsbron an und fragte nach der nächsten Öffnung. Der nette Mann sagte, dass es noch etwas dauere und rief uns später kurz vor Öffnung zurück. So ersparten wir uns Wartezeit vor der Brücke in der nicht unerheblichen Strömung. Die nächste Brückenöffnung der Göteborger Hisingsbron wäre 14:35 Uhr oder 16:35 Uhr. Da wir die erste vermutlich nicht eh geschafft hätten, trödeln wir fast im Leerlauf und mit Strömungsgeschwindigkeit den Fluss hinunter nach Göteborg. Das Wetter war noch mal schön und wir genossen die Fahrt sehr.

Etappe 5: Göteborg → Göteborgs skärgård

Nach ein paar stürmischen, regnerischen Tagen, die wir aber in Göteborg gut verbringen konnten, fuhren wir Ende September hinaus auf das Kattegat und segelten endlich mal wieder ein wenig. Wir planten, vor dem Winter noch ein bisschen Zeit im nördlichen Schärengarten Göteborgs zu verbringen. Grötö hatten wir im letzten Jahr mit der Fähre besucht und fanden es dort sehr schön. Eine idyllische ruhige Insel, genau das richtige nach der Woche in der Großstadt. Danach besuchten wir noch Källö-Knippla, etwas größer und dichter bebaut. Trotzdem genau richtig für entspannte Tage.

🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings

  • LTE funktioniert bei Nebel sehr schlecht, wir konnten die beiden Tage vor Anker kaum vernünftig arbeiten.
  • Obwohl sehr beeindruckend in ihrer Größe sind die Schleusen im Trollhätte-Kanal kein Problem.
  • Beim Anfunken von Brücken und Schleusen haben wir meist keine Antwort erhalten, am Telefon war das besser.

⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns

  • Lindökroken

💡 Praktische Tipps für Nachsegler

  • Für den Trollhätte-Kanal braucht man unbedingt ein Fenderbrett. Die Wände der Schleusen sind sehr uneben und eher für die großen gedacht.
  • Nur der Teil zwischen Lilla Edet und Vänersborg darf von Freizeitbooten zwischen 9 und 19 Uhr befahren werden, der Rest auch abends bzw. nachts. Wir haben zwei Zwischenstopps gemacht: In Kungälv für die Bohus Festung und in Trollhättan.

🖼️ Galerie

Schweden Göteborg Schäre

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