🧭 Factsheet
Route: Von Newlyn nach L’Aber wrac’h
Zeitraum: 2. bis 3. Oktober 2026
Logge: 107 Seemeilen
Highlight: Delphinbesuche am Boot. Man kann nicht genug bekommen.
📍 Unsere Route
Vorbereitungen
Auf den Weg Richtung Frankreich hatten wir noch eine längere Fahrt über den Ärmelkanal vor uns, der zwischen der Westspitze Englands und der bretonischen Nordküste gut 100 Meilen breit ist. Für uns waren das rund 23 Stunden Fahrt. Wir wollten jeweils mit Tageslicht die Küsten passieren, da wir wie immer befürchteten, irgendwelche Fischernetze oder Krabbenpötte ausweichen zu müssen. Also legten wir gegen Mittag ab und sollten am frühen (Vor-)Mittag ankommen, je nachdem wie gut wie vorankommen.
Am Tag vor dem Ablegen füllte ich noch den obligatorischen sPCR (small pleasure craft report) aus. Der ist wichtig um später die Ausreise klar dokumentieren zu können. Kontaktiert wird man nicht noch einmal. Für die Wiedereinreise in die EU haben wir lange nach verlässlichen Infos von den französischen Behörden gesucht und nichts gefunden. Wir verzichteten daher auf Q-Flagge, denn wir hatten auch nichts zu verzollen.

Das Wetterfenster für unsere Überfahrt war alles andere als ideal. Lange hatten wir auf Nord-, Ost- oder Westwind gewartet, aber der wollte irgendwie nicht kommen. Zumindest nicht für mehr als ein paar Stunden oder in einer Stärke unter 6 Beaufort. Also mussten wir schlussendlich bei Südwest los. Damit war natürlich L’Aber Wrac’h nicht zu erreichen. Aber wenigstens konnten wir zumindest die erste Hälfte des Weges segeln. In der Nacht sollte der Wind komplett einschlafen und wir müssten motoren. Dann können wir wieder etwas Strecke Richtung West gut machen. So der Plan. Doch erst kam der Wind leicht südlicher und wir mussten weiter abfallen als gedacht und dann war der Wind auch noch zeitiger weg. So war am Ende nach gut 8 Stunden Schluss mit Segeln und wir hielten unter Motor nun wieder Kurs.

Nachts auf dem English Channel ist man nicht alleine

Die Überfahrt war alles andere als langweilig. Immer kam irgendein Tanker oder mehrere, denen es aus dem Weg zu fahren galt. Ich sah bei meiner Wache den wohl schönsten Mondaufgang, den ich je gesehen hatte. Tommy durfte später einem Tankerkapitän die Frage nach seinen »Intentions« via Funk erklären. Dazu jede Menge Delphine, die uns mehr als einmal besuchten und ein Stück unseres Wegs begleiteten. Egal wie oft wir nun schon welche gesehen haben, es ist jedes Mal absolut phantastisch.

Unseren Zielhafen erreichten wir morgens um 11 recht ausgeruht. So langsam klappt das mit den Wachen um die vier Stunden und jeder kriegt ein bisschen Schlaf. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir uns trotzdem noch ein wenig hingelegt und schon am nächsten Tag ging es weiter Richtung Brest.


