🧭 Factsheet
Route: Von Bodø nach Trondheim
Zeitraum: 12. August bis 5. September 2025
Logge: 362 Seemeilen
Hafentage: 11
Ankertage: 0
Highlights: Trondheim
📍 Unsere Route & Etappen
Etappe 1: Bodø → Engen (Svartisen)

Auf dem Weg Richtung Norden hatten wir den Abstecher zum Svartisen ausgelassen. Nach den Erfahrungen der letzten Wochen mit vollen Stegen/Häfen hatten wir keine Lust, den ganzen Weg in den langen Fjord hineinzumotoren und dann wieder zurück, wenn der sehr kleine Steg voll ist. Denn auch viele Ankermöglichkeiten gibt es dort nicht. Als wir in Bodø starteten, war der Plan, nur ein paar Meilen Richtung Süden zu fahren und dann am nächsten Tag weiter zum Svartisen. Doch unterwegs wurde beim Blick auf YR.no klar, dass wir vermutlich nur noch einen schönen Tag haben, bevor ein Sturm die Küste trifft. Und nicht nur das: Auch regnen sollte es quasi durchgehend. Wir wären also erstmal auch nicht wieder weggekommen aus dem Fjord. Und der Steg/Ort hat keinerlei Service. Dort ist mehr oder weniger nur der Weg zur Gletscherzunge. Mehr nicht. Unsere Fahrt war dann wahrlich eine „Regenbogentour“. Wir sahen ungefähr 7 wunderschöne Exemplare, wurden aber auch genauso oft nass und sorgten damit bei anderen für schöne Regenbögen. Die Fahrt in den Fjord war dann noch sehr windig und mit hoher Welle ziemlich spektakulär. In Engen kurz vor Einbruch der Dunkelheit angekommen war alles friedlich und am Steg ein Plätzchen für uns frei.


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Etappe 2: Engen → Bolga

Am nächsten Morgen machten wir uns zu für uns ganz und gar ungewöhnlicher Uhrzeit gegen 7 Uhr morgens auf zum Gletscher. Und stellten fest: Der Abstecher hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war beeindruckend. Weil wir aber wussten, dass wir ungefähr zur Mittagszeit in Bolga sein mussten, konnten wir die längere Wanderung bis direkt zur Gletscherzunge nicht machen. Zurück am Boot machten wir die Tiamat segelklar und starteten. Und keine Minute zu früh. Gerade als wir angelegt hatten, zog sich der Himmel zu. Auch auf Bolga kann man schöne Wanderungen machen. Wir nutzen einen der schöneren Tage und machten die Bolga Rundtour.
Etappe 3: Bolga→ Sandnessjøn

Als der Sturm durchgezogen war, ging’s weiter Richtung Süden. Der Schlag von Tonnes nach Nesna war ein wilder Ritt, mit gut Welle von achtern und mehr Wind als gedacht. Nur mit der Genua im zweiten Reff segelten wir vorm Wind und machten gut 6 Knoten, in Spitzen mehr als 8. Es war spaßig zum Teil aber auch nur noch gerade so innerhalb unserer Komfortzone. Am übernächsten Tag segelten wir weiter nach Sandnessjøn. Ein schöner Hafen und Ort, nur ein Katzensprung zu den berühmten sieben Schwestern aus der Helgelandssage, die wir leider in den zwei Tagen, die wir dort waren, nicht sahen. Es goß quasi durchgehend. Also nutzen wir die Zeit zum Einkaufen und Wäschewaschen mit der im Preis inbegriffenen Waschmaschine und -trockner.
Etappe 3: Sandnessjøn → Skei (Leka)

Über zwei Zwischenhalte in Ylvingen und Berg ging’s weiter nach Leka. Die letzten Augusttage verwöhnten uns mit wunderbarem Sonnenschein und leichtem Wind, sodass mal wieder der Halbwinder zum Einsatz kam. Auch wenn der Wind sehr weit von achtern kam, machten wir angenehme 4 Knoten Fahrt. Der Bootsverein in Skei bietet in dem kleinen Hafen guten, wenn auch nicht günstigen Service. Am nächsten Tag machten wir mittags Schluss und liehen wir uns Fahrräder aus, um die Insel zu erkunden. Leka ist wirklich außergewöhnlich schön und verdient einen längeren Aufenthalt.

Seit über 10.000 Jahren leben Menschen auf der Insel, also ist sie reich an prähistorischen Sehenswürdigkeiten wie Höhlenmalereien in der Solsemhula (im Süden, erreichbar von einer Ankerbucht aus aber nur im Sommer mit Guide zu besichtigen) und Hügelgräber/Schiffsgrablegung (Herlaugshaugen in Skei direkt neben dem Hafen). Auch geologisch macht Leka etwas her. Nirgends anders in Europa findet sich das auf Leka sichtbare rötliche Gestein, dass es so nur noch in Nordamerika zu bestaunen gibt. Wir machten die Radtour mit normalen Mountainbikes (wirklich hervorragende Leihräder), weil wir dachten, eine Sporteinheit könne nicht schaden. Hat sie auch nicht, aber an einigen Stellen mussten wir schieben. Es hat schon ein paar mehr Steigungen hier als in Holland oder Dänemark.
Etappe 4: Skei → Storfosna → Trondheim
Von Skei aus ging es weiter über Rørvik (zum Proviantieren), Villa, Ansteinsundet, Lysøysundet nach Storfosna. Dort wollten wir eigentlich etwas länger bleiben. Der Hafen und die Insel waren sehr schön. Leider war der erste richtige Herbststurm angesagt und wir wären dort nicht so gut geschützt gewesen. Also segelten wir schweren Herzens am nächsten Tag nach der Arbeit nach Sjursvika. Der kleine Hafen war perfekt geschützt und wir warteten geduldig, bis der Sturm durchgezogen war und wir endlich nach Trondheim weiterfahren konnten. Der Trondheimfjord ist ein wunderbares Revier und bietet vermutlich genug, um dort einen ganzen Urlaub lang zu segeln. Wir wollten uns aber die Stadt ansehen und blieben einen ganzen Monat dort. Auch wollten wir schauen, ob sich der Hafen und die Stadt zum Überwintern eignet. Long story short: Für uns leider nicht, da zu kalt und zu unbequem. Vor allem da es keine Wasserversorgung am Steg oder zum Anfahren gibt. Wir hätten dann wieder Kanister schleppen müssen. Also machten wir uns Anfang Oktober auf den Weg nach Kristiansund, wo wir ein schönes Quartier für den Winter fanden.

🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings
- Für mich als Leuchtturm-Enthusiastin war die Passage am Kjeungskjær vorbei ein besonderes Erlebnis.
- Schweinswale im Trondheimfjord
- Regenbögen, Polarlichter und eine Mondfinsternis
- Schweden-Ausflug, um unsere 90 Tage Aufenthaltsdauer wieder zu resetten.
⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns
💡 Praktische Tipps für Nachsegler
- Neben Windy haben wir für die Törnplanung Barentswatch.no verwendet. Damit ließen sich Strömungsverhältnisse und Seegang besser einschätzen.
- Die norwegische Wanderapp ut.no ist prima zum Planen von Wanderungen.
- Segeln und Bootsleben in Norwegen
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