🧭 Factsheet
Route: Von Kristiansund nach Bulandet
Zeitraum: 29. März bis 26. April 2026
Logge: 210 Seemeilen
Highlights: Basstölpel vor Stadlandet, Bergpanorama am Moldefjord
📍 Unsere Route & Etappen
Etappe: Kristiansund → Molde
Saisonstart in Norwegen: Wir warteten schon lange auf günstiges Wetter. An angenehme Temperaturen ist um die Zeit noch nicht wirklich zu denken, aber wenigstens der Wind sollte stimmen. Seit einigen Wochen ist Süd- bzw. Westwind mit meist um die 30 kn vorherrschend. Gegen den müssten wir die Küste runter ankreuzen. Also warteten wir.

Am letzten März-Wochenende sah es gut aus. Wir bereiteten uns vor und starteten bei schönem Wetter in Kristiansund. Das hielt leider nicht lange. Und auch der versprochene östliche Wind drehte wieder und bließ uns entgegen. Vor Hustadvika stand dazu noch alter Schwell von ungefähr 2 bis 3 Metern. Wir ließen bei diesen Bedingungen lieber die Abkürzung (Stopleleia) und umfuhren die Untiefen vor der Küste großräumig. Über Funk warnte Kystradio Sør schon wieder vorm nächsten Sturm, der sich draußen vor der Küste zusammenbraute. Es war also nicht gerade gemütlich. Also machten wir einen Stop direkt danach in Bud. Am nächsten Tag ging es, endlich wieder gut geschützt und auch mal unter Segeln, weiter nach Molde. Das hat nicht nur ein fantastisches Bergpanorama zu bieten, sondern auch eine wirklich gute Marina mit Bootslift zu einem sehr guten Preis (für 11 Meter rund 400 € inklusive eine Woche auf dem Trockenen). Leider hatten wir nichts reserviert und hörten, dass alle Plätze an Land ausgebucht waren. Also gab es für TIAMAT wieder kein umfangreiches Wellnessprogramm, sondern nur eine Katzenwäsche untenrum und neue Anoden.

Segeln in Norwegen
Entdecke die besten Segeln Norwegen Tipps für Reviere, Ankerplätze & praktische Ratschläge fürs nächste Segelabenteuer an Norwegen Küste.
Etappe: Molde → Ålesund
Nachdem wir in Molde einen längeren Zwischenstopp über Ostern gemacht hatten, wollten wir nun endlich auch mal nach Ålesund fahren. Die rund 30 Meilen konnten wir zur Hälfte schön vor dem Wind segeln. Unterwegs haben wir sogar noch Schweinswale gesichtet. Doch wir waren an einem schönen, warmen Wochenende unterwegs und der Hafen war wie im Juni 2025 wieder voll. Unser Ausweichhafen auf Sula brachte so einiges an Überraschung. Erst taten wir uns echt schwer, das Boot an den Steg zu kriegen. Dann stellten wir fest, dass es weder Strom noch Wasser am Steg gibt. Und letztendlich fiel uns auf, dass die Marina über den Winter die Landbrücke weggenommen hatte. Wir lagen als an einer Insel ohne Service… und hatten schon brav die Liegegebühr bezahlt.
Etappe: Ålesund → Sandsøya
Anders als angekündigt, hatten wir am nächsten Tag gut Wind. Aus den angesagten 10 kn wurden mit Fallwinden, mit denen man in Norwegen an der Küste und den Fjorden immer rechnen sollte, um die 25 kn, sodass TIAMAT auch ohne Groß zügig vorankam. Leider mussten wir später gegenan durch den Holmefjorden (bei Fosnavåg) und wir mussten den Motor anwerfen. Die neu gebaute Brücke, die bisher auf keiner Karte verzeichnet war und an der auch keine Angabe zur Durchfahrtshöhe stand, zwang uns zu einem kleinen Umweg um das Nerlandsøya auf unserem Weg weiter nach Sandshamn. Dort erwartete uns ein wirklich sehr annehmlicher Hafen, der zu dem dortigen Hotel gehört, mit funktionierender und äußerst gepflegter Dusche. Sogar das Toilettenpapier war liebevoll gefaltet.

Etappe: Sandsøya → Rugsund
Am übernächsten Tag wagten wir uns noch einmal um das berüchtigte Kap bei Stad (Stadlandet). Da der geplante Tunnel immer noch nicht fertig war, suchten wir uns wieder einen relativ ruhigen Tag aus und waren nach 5 Stunden in Silda. Unterwegs hatten wir genug Zeit, die vielen Basstölpel zu beobachten, die an den steilen Küstenabschnitten brüten. Am nächsten Tag war es so schön warm und sonnig, dass wir uns kurzerhand nach der Arbeit auf den Weg machten. Wir hatten uns den kleinen Landhandel in Rugsund ausgesucht. Der Steg war ein wenig runtergekommen, aber dennoch sicher und die historischen Gebäude wirklich schön anzusehen. Da draußen ziemlich viel Wind war, genossen wir den längeren Stop im ruhigen Fjord und blieben übers Wochenende.

Etappe: Rugsund → Florø
Wir überlegten, ob wir die Abkürzung durch den Rugsundstraumen nehmen können. Unser Gastgeber in Rugsund versicherte uns, dass die Strömung dort nicht stark (um die 1-2 kn) und die Brücke ausreichend hoch ist. Offiziell sind es 15 Meter und unser Mast hat 14. Aber von unten betrachtet sieht das jedes mal super knapp aus. Also kurz Puls 120 bis wir die Brücke passiert hatten, ohne hängenzubleiben. Da wir früh losgefahren sind, konnten wir nach 23 Meilen in Florø einen Anlegekaffee und Zimtschnecken genießen.

Etappe: Florø → Bulandet
Nach einem etwas längeren Aufenthalt in Florø ging es am 26. April nach Bulandet, der westlichsten bewohnten Insel Norwegens. Aus unserer Sicht idealer Absprungpunkt nach Shetland. Knapp 180 Meilen sind es von hier, mit unserem Boot ungefähr anderthalb Tage.
🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings
- noch einmal vorbei am Stabben fyr
- Am Steg immer vor dem Zahlen prüfen, ob auch Landverbindung vorliegt.
- noch mal zwei der fiesesten Kaps umrundet
- Unsere erste Patenthalse. Zum Glück bei Leichtwind, daher auch kein Preventer. Geknallt hat es trotzdem schon ordentlich.
⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns
- Bulandet
💡 Praktische Tipps für Nachsegler
- Neben Windy haben wir für die Törnplanung Barentswatch.no verwendet. Damit ließen sich Strömungsverhältnisse und Seegang besser einschätzen.
- Die norwegische Wanderapp ut.no ist prima zum Planen von Wanderungen.
- Wer unterwegs das Boot aus dem Wasser holen muss, ist in der großen Marina in Molde gut aufgehoben. Gute Preise und super Service.
- Segeln und Bootsleben in Norwegen
🖼️ Galerie









