🧭 Factsheet
Route: Von Corpach nach Port Ellen
Zeitraum: 24. Juni bis 12. Juli 2026
Logge: 140 Meilen
Highlights: Schweinswale im Loch Linnhe, vorbei am berüchtigten Corryvreckan segeln
📍 Unsere Route & Etappen
Etappe: Corpach → Lismore
Unser letzter Tag im Caledonian Canal: Nach einer Woche geht es heute über die Seeschleuse Corpach wieder zurück ins Meer. Doch dafür müssen wir früh raus: Halb acht klingelt der Wecker, denn wir werden direkt als erstes geschleust. Immer noch bläst uns Westwind direkt entgegen, aber bei weitem nicht mehr so stark wie am Vortag. Wir motoren also gemütlich raus auf den wunderschönen Loch Linnhe zu unserer Ankerbucht an der Insel Lismore.

Unterwegs machen wir noch einen kleinen Umweg, um die Burg Stalker zu bewundern und ein paar Fotos zu schießen. Danach biegen wir nach Lismore ein und werden an der Bucht von sich sonnenden Seehunden begrüßt. Nach all den trubeligen Schleusentagen genießen wir die Ruhe und Natur. Pünktlich zum gefallenen Anker verziehen sich die Wolken und die Sonne kommt raus.
Etappe: Lismore → Tobermory
Die restlichen Urlaubstage wollen wir nutzen, um einmal um die Isle of Mull herumzufahren. Zuerst nehmen wir Kurs auf Tobermory. Die rund 25 Meilen entlang des Sound of Mull müssen wir wieder motoren, denn der erwartete Westwind dreht hier auf Nordwest und es geht wieder gegenan. Und ein Verkehr wie Sonntags bei Toppwetter auf dem IJsselmeer: So viele andere Boote haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Zum Glück können wir in Tobermory trotzdem noch ein Plätzchen im Hafen ergattern.







Unser Plan, einmal um die Insel Mull zu fahren und dabei auch die Treshnish Islands zu besuchen, wurde von Wetter und Wind zunichte gemacht. Erst kam ein starkes Gewitter, dann drehte der Wind über West auf südliche Richtungen. Die dem Atlantikschwell mehr oder weniger ungeschützt ausgesetzte Seite wollten wir unter den Bedingungen nicht befahren. Also machten wir das beste draus und blieben in Tobermory für ein paar Tage. Wir versorgten uns mit leckerem Essen aus dem kleinen Spezialitätenladen (die Pies und das frische Sauerteigbrot waren der Hammer) und machten – so es das schottische Wetter erlaubte – Wanderungen zum Leuchtturm, dem Aros Park und einen Ausflug zum Duart Castle mit dem Bus.
Etappe: Tobermory → Oban
Auf unserem Rückweg nach Oban macht uns Schottland noch mal klar, wie gut es schlechtes Wetter kann. Es nieselt erst nur und wir machen uns noch Hoffnung auf Besserung. Aber es regnet sich so richtig ein. Während wir anfangs noch segeln und das langsame Tempo aufgrund des einschlafenden Windes in Kauf nehmen, sagen wir uns irgendwann mal, dass es jetzt reicht. Pitschnass und durchgefroren schmeißen wir den Motor an und erreichen endlich Oban. Während unser Freund Pierre tapfer im Cockpit mit uns ausharrt, verschläft seine bessere Hälfte die Fahrt auf der Couch. Unser Urlaub neigt sich dem Ende. Wir verbringen noch einen schönen Tag in Edinburgh, danach fahren wir allein zur Tiamat zurück.

Etappe: Oban → Port Ellen
Das schlechte Wetter und der starke Wind dauert noch eine Weile und wir haben keine wirkliche Lust aus dem netten Hafen wieder zu verschwinden. Wir bleiben noch ein paar Tage in Kerrera, dann wird es wärmer und trockener. Wir segeln zur nächstgelegenen Ankerbucht. Die berühmte Puilladobhrain (Pool of the Otter) oder wie wir sie nennen »Otterbucht« stand auf unserer Liste.

Nach ein paar Tagen geht es weiter Richtung Süden. Zunächst war nur wenig Wind und wir holten den Gennaker raus. Nach einer halben Stunde war auch das Lüftchen weg und wir packten alles wieder ein und schmissen den Motor an. Dann bogen wir ab in den Luigi Sound und wir haben Champagner Bedingungen. Schließlich gibt es im Jura Sound vorbei dem berüchtigten Corryvreckan noch mal gut Wind mit 20 Knoten in Böen und und Strömungsgeschwindigkeiten bis zu von 4 bis 5 Knoten. Am Schluss finden wir ein angenehmes Plätzchen für die Nacht an der Westküste der Insel Jura in der Lussa Bay.
Am nächsten Tag ist hatten wir zumindest für die halbe Strecke noch Segelwind, dann schlief er über mittags ein und wir motorten den Rest gemütlich zur Insel Gigha. Die wunderschöne Zwillingsbucht an der Nordspitze gibt uns guten Schutz vor dem Ostwind. Der trägt uns am nächsten Tag rüber nach Port Ellen.
🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings
- Einen leckeren Cream Tea im Schlosspark vom Duart Castle genießen.
- Das stärkste Gewitter seit den Niederlanden zieht über Tobermory und uns hinweg.
- Faule Robben am Strand beim Sonnenbaden beobachten.
⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns
- Tobermory
💡 Praktische Tipps für Nachsegler
- Wir entschieden uns statt für den Stadthafen Oban (wo man nur drei Tage liegen darf) direkt für die Marina Kerrera gegenüber, die von wirklich liebenswerten Menschen geführt wird und wunderschön gelegen ist. Mit dem kleinen und regelmäßig fahrenden Wassertaxi ist man auch schnell dort.
- Die Ankerbucht vor Port Ellen sieht offen und leicht zugänglich aus, der Ankergrund taugt aber nur an manchen Stellen. Am besten sind hier die Infos der Antares Charts.
- An den Gewässern der schottischen Westküste lauern, ähnlich wie überall in UK, starke Gezeitenströmungen. Ein guter Tidenatlas oder wenigstens der Reeds ist unumgänglich. Nicht immer stimmen die Strömungsinfos aus Navionics mit der Realität überein.
🖼️ Galerie









