🧭 Factsheet
Route: Von Visby nach Rödhamn (Ålandinseln)
Zeitraum: 1. bis 24. Juni 2024
Logge: 292 Seemeilen
Hafentage: 10
Ankertage: 1
Highlight: Vaxholmen Mittsommerfeier
📍 Unsere Route & Etappen
Etappe 1: Visby → Arkösund
Pünktlich zum Saisonstart am Samstag den 1. Juni brechen wir in Visby auf. Die Bedingungen sind nicht ideal, aber werden am Wochenende auch nicht besser. Die knapp 60 Meilen zurück zum schwedischen Festland hatten alles dabei: Unter vollen Segeln losgefahren, um dann unterwegs zu reffen und am Schluss sind wir motort. Über zwei Bojenplätze (Kalkviken, Mariendal) und den (nicht empfehlenswerten) Hafen Tyrislöt sind wir nun in Arkösund angekommen. Die Sanitäranlagen vom Hafen Arkösund waren kein Spa, überall Schimmel und Dreck. Da die Webseite zum Bezahlen nicht funktionierte, war’s wenigstens nicht teuer.

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Etappe 2: Arkösund → Nynäshamn
Am Wochenende machen wir wieder einen größeren Schlag. 45 Meilen bis Nynäshamn. Um 4 stehen wir auf und legen bei Sonnenaufgang ab. Wir wollen dort unseren schwedischen Freund Tobias treffen, mit dem wir mal gemeinsam eine Weile auf Terschelling lagen. Und Tommys Eltern wollen uns besuchen kommen. Die wollen wir in Stockholm auf dem Flughafen abholen. Eigentlich hätten wir mit den 8 Knoten aus West ganz gut segeln können müssen. Aber dazu gab es aber eine so hohe Welle, dass die Segel nur schlugen und wir den Motor zur Unterstützung mitlaufen hatten.
Nynäshamn ist ein richtig professionell geführter Hafen. Die Stadt keine sonderliche Schönheit, aber perfekt zum Crewwechsel und Proviantieren. Mit der Bahn, die gleich am Bahnhof hält, ist man im Nu in Stockholm. Auch perfekt für einen Stadtbummel.
Etappe 3: Nynäshamn → Stockholm

Wir sind zu viert und starten in unseren gemeinsamen Segelurlaub. Wir wollen ganz entspannt Richtung Stockholm segeln und am Ende zusammen mit den Eltern die Stadt anschauen, bevor sie zurückfliegen. Aber erstmal raus aus der Marina in den schönen Naturhafen Nåttarö, nur 6 Meilen vor Nynäshamn. Nach einem schönen Frühstück geht es weiter nach Utö, an die Boje vor der kleinen Kirche.
Am Tag darauf fahren wir nach Dalarö. Der Hafen gefällt uns nicht (zu viel Schwell), also tanken wir nur und fahren in den Stockholmer Schärengarten. Der Empfehlung unseres Freundes Tobias folgend steuern wir Napoleonsviken an. Die Bucht ist gut gefüllt, ein wenig eng, dafür aber windstill und wir brauchen nicht viel Kette. Passt. Im Wasahamnen haben wir sicherheitshalber einen Platz reserviert. Der ist ziemlich eng und mit Heckbojen. Wir kommen ein bisschen ins Schwitzen, aber alles geht gut. Preislich das bisher teuerste, was wir bisher hatten (mit der Reservierung bezahlt man 440 SEK + 100 SEK für Strom pro Tag bei 35 Fuß). Dafür wieder all-inclusive.

Wir sind vier Tage zusammen unterwegs gewesen und haben insgesamt 53 Meilen gemacht. Die Hälfte konnten wir segeln. Alle hatten großen Spaß. Vor allem Tommys Papa, der vom Steuer gar nicht mehr wegzubekommen war. Auch wenn für seinen Geschmack die See ruhig noch etwas rauer hätte sein können.
Bei unserer Stadtbesichtigung in Stockholm sind wir am Ende noch richtig bis auf die Haut nass geworden. Zum Glück waren im Hafen die Wäschetrockner frei. An unserem letzten gemeinsamen Tag besichtigen wir das Wasamuseum gleich am Hafen und fahren dann noch zu viert mit dem Zug nach Arlanda.
Etappe 4: Stockholm → Stockholmen

Wir wollen Mittsommer nicht in der Hauptstadt sein, sondern auf Vaxholm feiern. Daher machen wir uns am 20. Juni dahin auf den Weg. Die 11 Meilen motoren wir durch den wunderschönen Schärengarten nach Vaxholm. Der angesagte stärkere Wind kam genau dann, als wir in den Hafen einbogen. Immer das gleiche. Und hier gibt es, stellen wir mit Entsetzen fest, Lazylines. Gut dass der Hafenmeister schon bereit steht, uns einweist und die Leine übergibt.
Am Morgen nach Mittsommer müssen wir zuschauen, wie unser armer Nachbar sich die Lazyline um den Propeller wickelt und ein unfreiwilliges Bad nehmen muss. Wir starten nach dem Frühstück daher mit mulmigem Gefühl. Aber alles geht gut. Unser Propeller ist relativ gut geschützt durch den Langkiel. Wir machen noch zwei Zwischenstationen, in Hogmarsö und einem weiteren Ankerplätzchen namens Stockholmen, die ideal für die geplante Überfahrt ist.
Etappe 5: Stockholmen → Rödhamn
Es sind 33 Meilen bis zu den Ålandinseln, die wir endlich mal wieder durchgehend segeln können. Die kleine Insel Rödhamn, oder besser Inselgruppe, ist wirklich herrlich. Wir ahnen, uns wird es hier gut gefallen. Wir zahlen seit langen unser Hafengeld wieder in Euro. Günstig sind die Ålands nicht. 37 € pro Tag, dabei gibt es keinen Strom, kein Wasser am Steg und nur ein Plumpsklo.

🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings
- Wieder mal zu viert unterwegs.
- Das erste mal in einer anderen Zeitzone als Deutschland. Bei der Arbeit gewöhnungsbedürftig. Zum Glück nur eine Stunde!
- Zum ersten Mal segeln wir wieder in einem neuen Land (Finnland).
⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns
- Stockholm
💡 Praktische Tipps für Nachsegler
- Zum Flughafen Arlanda nimmt man am besten nicht den völlig überteuerten Arlanda-Express, sondern besser die Bahn und steigt dann in Marsta in den Bus um. Ein Taxi von Arlanda nach Nynäshamn kostete uns rund 1.500 SEK. Denn gegen Mitternacht fährt keine Bahn mehr Richtung Nynäshamn.
🖼️ Galerie












