🧭 Factsheet
Route: Von Bulandet nach Fedje
Zeitraum: 27. April bis 15. Mai 2026
Logge: 87 Seemeilen
Highlights: Stabben fyr noch einmal sehen
📍 Unsere Route & Etappen
Die Sache mit der Wasserpumpe
Nachdem eine keine wirkliche Gelegenheit in Sicht war, die Nordsee zu überqueren, sah es am 6. Mai für das kommende Wochenende ganz gut aus. Ein letzter Maintenance-Task war noch übrig: Der Impeller musste gewechselt werden. Machen wir jedes Jahr, bisher keine Probleme. Doch in Norwegen gestaltete sich das Ganze schwieriger. Das begann schon damit, dass wir für unseren Yanmar 3GM30f zum Servicekit keine Dichtung dazubekamen. Daher haben wir nachträglich eine extra in Schweden bestellt, denn kein norwegischer (Online-)Shop konnte liefern. Die war jedoch nicht aus Papier, sondern Plastik und damit dicker als normal. Auf Bulandet haben wir also wie üblich den Impeller gewechselt und die Plastikdichtung verwendet. Ergebnis: Pumpe primte nicht, kein Seewasser aus dem Auspuff. Nach einigen Versuchen und einer selbstgebastelten Dichtung aus Müslikarton lief die Seewasserkühlung wieder.
Doch Tommy lies es keine Ruhe und er wollte eine Dichtung aus anderem Material verwenden. Die funktionierte aber auch nicht. Als ich vom Cockpit aus unten im Boot Tommy fluchen hörte, wusste ich direkt, dass es das war mit der Überfahrt nach Shetland am Wochenende. Er hatte eine der Schrauben abgedreht und das Gewinde steckte im Pumpengehäuse. So wollten wir uns nicht auf den Weg machen, auch wenn vielleicht gar nichts passiert wäre.
Zum Glück hatten wir in Florø die Bekanntschaft von wirklich sehr netten Menschen gemacht. Und glücklicherweise arbeitet er in einem Bootsladen mit Werkstatt. Und wie es in der Segel-Community ist, man hilft sich, wenn es geht. In Florø wurde die Schraube erfolgreich aus dem Gehäuse geholt. Was eine Erleichterung. Nicht nur, dass die Pumpe ein paar Hundert Euro gekostet hätte, wir hätten wieder ne Weile warten müssen. Und um nicht wieder eine Dichtung aus einer Müslipakung zu basteln, machten wir mit dem Bus noch einmal eine malerische Fjordtour nach Førde zum Biltema (Win-Win) und kauften Dichtungspapier. Davon haben wir nun gefühlt für die nächsten Jahre genug.
Etappe: Bulandet → Florø
Die Fahrt nach Florø mussten wir selbstverständlich motoren. Kein Lüftchen bewegte sich. Aber die Sonne schien. Wir hätten es genossen, wenn nicht immer der bange Blick zum Auspuff gewandert wäre. Aber der gute Jockel ließ uns nicht im Stich. Vermutlich wäre er auch weiter durchgelaufen, mit 5 Schrauben an dem Pumpendeckel. Aber auf See kann so viel schiefgehen, da will man es dann doch nicht noch zusätzlich Ärger anziehen.


Segeln in Norwegen
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Etappe: Florø → Eivindvik

Nachdem wir uns (noch einmal) ausgiebig verabschiedet haben, legten wir am 11. Mai in Florø ab und versuchten noch ein paar Meilen südlicher zu kommen, um hoffentlich ein guten Startpunkt und besseren Windwinkel zu haben, denn der Wetterbericht sagte Südwind vorher. Und wir hatten eine Woche frei. Der Wind ließ an diesem Montag durchaus kräftig aus Nord und wir ließen das Groß eingepackt. Wir starteten bei schönem Wetter und bereits mit guter Geschwindigkeit. Aber auch gut eingepackt.

Die 43 Meilen bis Eivindvik waren also kein Problem. Nach der ersten Hälfte mussten wir die Genua wegrollen und fuhren das erste Mal nur mit der Kutterfock vorm Wind, und dabei trotzdem um die 5 bis 6 Knoten. Gegen 8 machten wir in dem kleinen Hafen von Eivindvik fest. Bevor es weitergehen konnte, hatten wir ein paar Tage Zeit, die Gegend zu erkunden. Es musste noch ein Sturmtief vorbeiziehen.
Etappe: Eivindvik → Fedje
Nun aber wirklich: Die letzten 25 Meilen vor der Nordsee in Norwegen. Von Fedje aus hat man, wie von Bulandet aus, einen relativ kurzen Weg rüber nach Shetland. Und Fedje wollten wir uns am Ende doch noch mal anschauen, hatten wir doch dort im Juni 2025 keinen Platz mehr im Hafen bekommen. Dieses Mal war alles frei, als wir mittags dort ankamen. Zwei Tage später legten wir um halb 8 Richtung Shetland ab.
🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings
- jetzt wirklich das letzte mal um Stabben fyr
- Nach fest kommt ab: Die Schrauben, mit denen der Pumpengehäusedeckel festgemacht ist, werden wir tauschen.
⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns
- Fedje
💡 Praktische Tipps für Nachsegler
- Neben Windy haben wir für die Törnplanung Barentswatch.no verwendet. Damit ließen sich Strömungsverhältnisse und Seegang besser einschätzen.
- Segeln und Bootsleben in Norwegen
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