Von Irland nach Wales – August 2026

Anfang August machen wir uns auf den Weg nach Irland. Wir sind schon sehr gespannt auf Dublin. Danach geht es weiter Richtung Wales.

🧭 Factsheet

Route: Von Ardglass nach Milford Haven
Zeitraum: 6. bis 18. August 2026
Logge: 199 Seemeilen
Highlight: Die partielle Sonnenfinsternis (97%) vom 12. August.


📍 Unsere Route & Etappen

Etappe: Ardglass → Dun Laoghaire

Morgens sollte noch ein ein laues Lüftchen Westwind wenigstens für ein bisschen Segeln ausreichen, also starteten wir wieder zeitig. Doch schon nach ein paar Meilen im ersten Reff wurde klar: Ohne Motor kommen wir heute nicht mehr nach Dublin. Also motorsegelten wir weiter Richtung Irland. Auf der Höhe von Howth bekamen wir dann noch etwas mehr Wind direkt auf die Nase. Kein Modell hatte den prophezeit. Vielleicht auch ein Landeffekt. In der Dublin Bay wurde der Wind dann wieder schwächer und wir fuhren mit jeder Menge Regattabooten in die Dun Laoghaire Marina ein. Die riesige Marina hat bietet guten Service und hat einen (vergleichsweise) günstigen Wochenpreis, man zahlt 5 Tage und kann 7 bleiben. Da wir zum einen Dublin erkunden und gleichzeitig noch eine Bestellung bei SVB aufgeben wollten, blieben wir länger.

Die Bestellung konnten wir zum Hafenmeisterbüro liefern lassen. Da wir wieder in der EU waren, gab es auch keine Zusatzkosten. Drei Impeller bei SVB knapp 60 €. In Norwegen sollte einer (!) 115 € kosten. Da hatten wir dankend abgelehnt und ein Ausgebauten wieder eingesetzt, der noch okay war.

Für die Ausreise aus UK haben wir brav einen sPCR ausgefüllt. In Irland setzten wir die Q-Flagge und fragten den Hafenmeister, bei wem und wie wir uns melden sollten. Er meinte, da gäbe es keine Formalitäten. Zwischen UK und Irland gäbe es ja die Common Travel Area (CTA). Da die nur für Briten gilt, verstanden wir das Argument nicht wirklich, aber selbst als uns zwei Officer von Customs & Immigrations ein paar Tage später routinekontrollierten, störten die sich nicht daran.

Etappe: Dun Laoghaire → Arklow

Weiter geht’s Richtung Süden entlang der Ostküste Irlands. Viele Häfen gibt es nicht und auch nicht viele geschützte Ankerbuchten. Also können wir nicht wählerisch sein und nehmen die Bucht mit Industriecharme vor Arklow. Der Sandstrand sieht hübsch aus und das alte Silo könnte mit viel Fantasie auch eine Burgruine sein. Im Hafen von Arklow müssten wir im Päckchen liegen und dafür stattliche 45 € zahlen. Das sparten wir uns lieber. Als kleine Entschädigung bekamen wir jeden Abend Besuch von einem Seehund, der immer weniger Scheu hatte und neugierig ins Cockpit schaute.

Etappe: Arklow → Rosslare

Die Etappe von Arklow direkt nach Wales hätten wir über Nacht machen müssen. Um uns die zu sparen, planten wir einen Zwischenhalt in Rosslare. Dafür braucht es dann nur 13 Stunden. Angesagt war wenig Wind aus Südwesten. Ungefähr passend zum Feierabend startete der Strom Richtung Süd. Um die Wind-gegen-Strom-Situation machten wir uns daher nicht viel Sorgen.

Nur irrten sich die Wetterfrösche leider ein wenig: Auf der Höhe vom Cahore Point, wo die ersten Sandbänke beginnen, wurde es ungemütlich. Der Wind nahm zu, es baute sich eine ziemliche Welle auf. Wir stampften uns zum Teil gut fest und kamen nur noch langsam voran. Unter Motor kreuzten wir mit Sturmfock gegen den Wind, der zum Teil mit knapp 30 Knoten im Böen blies. Wir wurden mehrfach nass und hatten zum Teil Mühe uns zwischen den vielen Krabbenpötten unter diesen Bedingungen durchzunavigieren. Glücklich, dass wir es noch vor Sonnenuntergang zum Ankerplatz geschafft hatten, machten wir uns noch etwas zu essen und fielen dann ins Bett.

Etappe: Rosslare →Milford Haven

Richtig gut haben wir nicht geschlafen. Frühmorgens pfeift der Wind durchs Rigg und weckt uns. Bei dem Südwest war der Ankerplatz wenigstens gut geschützt. Pünktlich zum Start ist schlagartig Flaute. Keine guten Aussichten für unsere knapp 70-Meilen-Tour heute. Und das mit knappem Dieselvorrat. Wir machen also etwas, was wir normalerweise nicht tun. Statt zu motoren, dümpeln wir mit 2-3 Knoten raus in den St. Georges Channel. Wir überlegen noch unser Optionen (denn wir dürfen auch nicht zu spät in Milford ankommen), als plötzlich der Wind dreht und auffrischt.

Mit einem schönen 90-Grad-Kurs sind wir kurz danach unterwegs. Leider mit »foul tide« und dadurch etwas gebremst. Das ließ sich leider auch nur bedingt durch Kurskorrektur abmildern. Aber noch liegen wir gut in der Zeit. Geplant ist ein Ankommen möglichst 1-2 Stunden vor Hochwasser in Milford, da sonst starker Strom am St. Anns Head setzt. Also idealerweise 19 Uhr und maximal 21 Uhr, da wir nicht in der Dunkelheit mit den dort zahlreichen Overfalls auskommen wollen.

Die Überfahrt über den St. George’s Channel

Ab und zu laufen ziemlich hohe Wellen unter uns durch. Später mit folgender Tide beruhigt sich das Meer deutlich. Erst ungefähr ab der Höhe von Skomer Island – an der Küste von Wales – wird es wieder etwas holpriger. Aber unsere geplante Ankunftszeit passt halbwegs. Wir bergen die Segel und motoren in die Bucht hinein und Richtung Milford Marina. Die Schleuse davor öffnet nach Zeitplan für Schleusen und um das Hochwasser herum durchgehend auf. Wir müssen noch 20 Minuten warten bis zum Freeflow. Kurz nach Sonnenuntergang machen wir in unserer Box fest.

Am nächsten Morgen versuchen wir noch wieder einzuklarieren. Wir hatten uns brav per sPCR angemeldet, aber eine Freigabe kommt nicht. So richtig versteht auch der nette Herr, der als Ansprechpartner für Wales bei Immigrations angegeben ist nicht, was wir von ihm wollen. Aber wir bekommen dann sein Okay für das Herunternehmen der Q-Flagge.

🗺️ Besondere Erlebnisse & Learnings

  • Der »Teufelsritt« entlang der ostirischen Küste bleibt uns wohl eine Weile in Erinnerung.
  • Traue nie der Vorhersage und plane nicht mit wenig Wind-gegen-Strom, erst recht nicht an der irischen Küste.
  • Die netteste Begegnung dieses Sommers und viele schöne Tage mit Ana & Joan von der Trotamar 4 in Milford Haven.

⚓ Unser Lieblingsort dieses Törns

  • Dun Laoghaire

💡 Praktische Tipps für Nachsegler

  • Die Marina in Dun Laoghaire ist ein guter Startpunkt für Dublin. Man spart sich den langen Weg bis ans Ende der Buch und ein paar Euro Hafengeld. Der Zug fährt direkt am Hafen ab.

🖼️ Galerie